Hund in der Pubertät – was im Gehirn passiert und warum dein Hund jetzt anders ist

Willkommen bei LuCanis, Ihrer mobilen Hundeschule in München„Er war doch schon so gut erzogen"Viele Hundehalter:innen in München kennen diesen Moment:
Der Rückruf klappt plötzlich nicht mehr, Grenzen werden getestet, draußen scheint dein Hund „taub“ zu sein. Zuhause wirkt er fahrig, draußen impulsiv – und du fragst dich, ob etwas schiefgelaufen ist.

Die gute Nachricht: Nein.
Dein Hund ist mitten in der Pubertät.

Bei LuCanis – Coaching für Hund & Halter in München begleiten wir täglich Mensch-Hund-Teams durch genau diese Phase. Die Pubertät ist keine Erziehungsfrage, sondern eine neurobiologische Entwicklungsphase, die tiefgreifende Veränderungen im Gehirn mit sich bringt.

In diesem Artikel erklären wir dir:

  • was in der Pubertät im Hundehirn passiert,

  • warum sich Verhalten scheinbar „verschlechtert“,

  • und wie du deinen Hund jetzt sinnvoll, fair und nachhaltig begleitest.

Warum das Verhalten jetzt so wichtig ist – Pubertät im Hundehirn

Was biologisch passiert

Die Pubertät beginnt – je nach Rasse – etwa zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat

  • Das limbische System (Emotionen) ist hochaktiv

  • Der präfrontale Cortex (Impulskontrolle, Entscheidungsfähigkeit) ist noch unreif

  • Hormonelle Prozesse verstärken Unsicherheit, Mutproben und Reizoffenheit

  • Bekanntes wird hinterfragt, Neues überbewertet

 

Kurz gesagt: Emotion vor Verstand.

„Pubertät ist kein Rückfall – sie ist ein Umbau im Gehirn"

 

 

5-Schritte Ansatz durch die Pubertät 

  • 1. Verhalten neu einordnen

Dein Hund testet nicht dich – sondern sich selbst.

  • 2. Regeln klar, aber fair halten

Grenzen bleiben, Umsetzung wird angepasst.

  • 3. Sicherheit vor Gehorsam

Beziehung stabilisieren, bevor Leistung gefordert wird.

  • 4. Frustration begleiten

Nicht alles wird erlaubt – aber alles wird erklärt.

  • 5. Körpersprache ernst nehmen

Frühe Stresssignale verhindern Eskalation.

 

Was in der Pubertät im Alltag wirklich passiert

Viele Hunde wirken in der Pubertät plötzlich wie ausgewechselt. Dinge, die vorher gut funktioniert haben, klappen nicht mehr. Draußen ist der Hund schlechter ansprechbar, bei Begegnungen reagiert er schneller und zuhause fällt es ihm schwer, zur Ruhe zu kommen. Gerade im Stadtalltag – mit vielen Reizen, wenig Abstand und ständigem Trubel – wird diese Phase besonders deutlich.

Der Grund dafür liegt nicht im „Ungehorsam“, sondern im Gehirn. In der Pubertät wird es umgebaut. Gefühle und Reize haben plötzlich mehr Gewicht, während der Teil, der für Kontrolle und bewusste Entscheidungen zuständig ist, noch nicht fertig entwickelt ist. Deshalb entscheidet sich der Hund draußen oft für das Spannendste in seiner Umgebung – nicht gegen seinen Menschen, sondern für den stärksten Reiz.

Auch Hundebegegnungen fühlen sich für viele Hunde in dieser Zeit anders an. Sie reagieren schneller, lauter oder unsicherer, weil sie ihre Emotionen noch nicht gut steuern können. Das wirkt oft wie Aggression, ist aber meist Überforderung. Ähnlich ist es zuhause: Viele Hunde sind unruhiger, reagieren auf jedes Geräusch oder kommen schwerer zur Entspannung. Mehr Beschäftigung hilft hier selten – Ruhe muss erst gelernt werden.

Typisch für diese Phase ist auch das Testen von Grenzen. Der Hund überprüft, ob Regeln bestehen bleiben und ob sein Mensch ihm weiterhin Sicherheit gibt. Das ist kein Dominanzverhalten, sondern Orientierungssuche. Gleichzeitig können Mut und Unsicherheit nebeneinander existieren – ein Hund kann draußen selbstbewusst wirken und sich drinnen dennoch schutzbedürftig zeigen.

Die Pubertät ist kein Rückschritt, sondern eine wichtige Entwicklungsphase. Wie sie begleitet wird, entscheidet darüber, wie stabil ein Hund später mit Stress, Reizen und Emotionen umgehen kann. Ruhe, klare Strukturen und Verständnis sind jetzt wichtiger als Druck oder Perfektion.

 

Unsere Leistungen bei LuCanis in München

Wir bieten eine Reihe spezialisierter Dienstleistungen an, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Unser Ansatz konzentriert sich darauf, Ihre Anforderungen zu verstehen und darauf zu reagieren und effektive und praktische Lösungen bereitzustellen.

FAQ – Häufige Fragen zur Stubenreinheit

Ab wann ist ein Hund in der Pubertät?

Die Pubertät beginnt meist zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat, abhängig von Rasse, Größe und individueller Entwicklung.

Warum hört mein Hund in der Pubertät schlechter?

Weil der Teil des Gehirns, der für Impulskontrolle und bewusste Entscheidungen zuständig ist, noch nicht vollständig entwickelt ist. Reize wirken stärker als bekannte Signale.

Wann ist das Gehirn eines Hundes vollständig ausgereift?

Das Hundehirn ist in der Regel ab dem 3. Lebensjahr vollständig ausgereift. Bei großen Rassen kann dieser Prozess sogar noch etwas länger dauern. Bis dahin braucht der Hund Unterstützung bei Selbstkontrolle und Stressverarbeitung.

Sollte ich in der Pubertät strenger trainieren?

Nein. Klare, ruhige Führung und verlässliche Strukturen sind wirkungsvoller als Strenge oder Druck.

Lohnt sich Training während der Pubertät überhaupt?

Ja – gerade jetzt. Richtig angepasstes Training legt die Grundlage für einen ausgeglichenen erwachsenen Hund

Unser gemeinsamer Weg

Bei LuCanis glauben wir daran, dass Entwicklung Zeit braucht.
Wir sehen Hunde nicht als „funktionierend“ oder „nicht funktionierend“, sondern als individuelle Wesen.

Die Pubertät ist kein Rückschritt – sie ist ein Schritt nach vorn.
Und ihr müsst ihn nicht alleine gehen.

Wir begleiten euch – verständlich, ehrlich und auf Augenhöhe.
LuCanis – Coaching für Hund & Halter in München.